Wie man Ausschreibungen findet
Bekanntmachungen sind über ein Dutzend Systeme verstreut, und die interessantesten enthalten meist nicht das Wort, nach dem Sie suchen, im Titel.
Wo werden Ausschreibungen überhaupt veröffentlicht?
Es gibt nicht den einen zentralen Ort. Ein Auftrag landet je nach Wert und Auftraggeber in unterschiedlichen Systemen:
- Biuletyn Zamówień Publicznych (BZP) — polnische Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte.
- TED — alle EU-weiten Aufträge oberhalb der Schwellenwerte aus der gesamten Union.
- Baza Konkurencyjności — Aufträge, die aus EU-Mitteln finanziert werden, auch durch private Akteure. Diese Plattform wird oft übersehen, obwohl dort Aufträge ohne komplexe Teilnahmebedingungen zu finden sind.
- Einkaufsplattformen — eB2B, Logintrade, Marketplanet, eZamawiający und andere. Große Auftraggeber führen dort kommerzielle Verfahren durch, die in keinem öffentlichen Bulletin erscheinen.
- Nationale Systeme anderer Staaten — das deutsche zentrale Portal, das niederländische TenderNed, das tschechische NEN. Sie enthalten Aufträge unterhalb der Schwellenwerte, die nicht im TED gelistet sind.
Warum die Suche nach Schlagworten oft scheitert
Ausschreibungstitel sind in Behördensprache verfasst, nicht in Branchenjargon. „Dienstleistung zur Durchführung einer Untersuchung der Medieninhaltsüberwachung“ enthält nicht das Wort, nach dem jemand suchen würde, der sich mit Medienanalyse befasst. Daher entgeht einem bei der bloßen Eingabe des eigenen Dienstleistungsnamens ein großer Teil des Marktes.
Ein effektiverer Ansatz kombiniert drei Ebenen:
- CPV-Codes — Klassifizierung des Auftragsgegenstands. Sie ist unabhängig vom Stil des Titels, wird jedoch von Auftraggebern manchmal ungenau vergeben.
- Wörter in der Beschreibung und Dokumentation, nicht nur im Titel. Der Auftragsgegenstand wird meist erst in der Leistungsbeschreibung detailliert erläutert.
- Semantische Suche — Abgleich nach dem Sinn der Anfrage, nicht nach dem exakten Wortlaut. So trifft die Anfrage „Desinformationsanalyse“ auch auf eine Ausschreibung zur Medieninhaltsüberwachung zu.
Setzen Sie Filter, die wirklich eingrenzen
Schlagworte allein reichen nicht aus. In der Praxis grenzen Kriterien am stärksten ein, die beschreiben, ob Sie überhaupt teilnehmen können:
- die Höhe der Bieterkaution, die Sie leisten können,
- die Anzahl der geforderten Referenzen,
- das Vorhandensein von Zertifikatsanforderungen,
- die Einreichungsfrist, die Sie realistisch einhalten können.
Momentan befinden sich in unserer Datenbank 55 681 aktive Verfahren. Ohne Filterung nach Teilnahmebedingungen ist die Durchsicht einer solchen Anzahl von Ausschreibungen keine Arbeit für einen Menschen.
Überwachen statt durchsuchen
Ausschreibungen haben kurze Zeitfenster. Eine Anzeige, die Sie eine Woche nach Veröffentlichung sehen, lässt oft zu wenig Zeit für die Erstellung eines fundierten Angebots. Deshalb lohnt es sich, die Richtung umzukehren: Anstatt selbst zu suchen, richten Sie einen Alert ein, der Ihnen neue Ausschreibungen, die zu Ihrem Profil passen, automatisch zusendet.